Wie kleidet man sich für Sommerwanderungen: der komplette Guide

Frau wandert auf einem Bergpfad im Sommer mit vollständiger Ausrüstung – Sonnenhut, technisches Shirt, kurze Hose, Wanderschuhe und Trekkingstöcke zwischen bunten Wildblumen

Der Sommer bringt mehr Tageslicht, trockene Wege und die Lust, draußen zu sein. Es ist die beliebteste Jahreszeit auf den Trails — und auch die, in der die meisten Menschen falsch gekleidet auf dem Weg erscheinen. Zu wenig, zu viel, ungeeignete Materialien, falsche Schuhe.

Sich für eine Sommerwanderung richtig zu kleiden bedeutet nicht einfach, weniger anzuziehen. Es bedeutet, die richtigen Materialien zu wählen, das Schwitzen zu managen, sich vor der Sonne zu schützen und auf die plötzlichen Temperaturschwankungen vorbereitet zu sein, die in den Bergen — auch im Sommer — eher die Regel als die Ausnahme sind.

Das Grundprinzip: Leichtigkeit und Funktionalität zuerst

Im Sommer ist der Hauptfeind nicht die Kälte, sondern übermäßige Hitze und ungemanagtes Schwitzen. Ein Körper, der stark schwitzt und die Feuchtigkeit nicht loswerden kann, überhitzt, ermüdet schneller und verliert Flüssigkeit und Elektrolyte rascher.

Das Leitprinzip für Sommerwanderkleidung ist eines: technische Materialien, die atmen, schnell trocknen und vor der Sonne schützen. Alles andere ist zweitrangig.

Der Kopf: Sonnenschutz geht vor

Der Kopf ist beim Wandern der am stärksten der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzte Körperteil. Eine Mütze mit Schirm oder breiter Krempe ist unverzichtbar, keine Option. Sie schützt Gesicht, Ohren und Nacken vor direkter Sonne und reduziert das Risiko eines Hitzeschlags erheblich.

Die funktionalsten Modelle für Sommerwanderungen sind technische Hüte aus ultraleichtem und atmungsaktivem Material, oft mit integriertem UPF-Schutz. Baseballmützen ohne Nackenschutz sollten vermieden werden — sie lassen Nacken und Ohren ungeschützt.

Ein Buff oder Bandana aus technischem Material ist eine nützliche Ergänzung: Er kann als Nackenschutz, Stirnband oder Staubfilter auf staubigen Wegen verwendet werden.

Der Oberkörper: das technische Shirt ist alles

Das Shirt ist das wichtigste Kleidungsstück des sommerlichen Wanderoutfits. Die Materialwahl macht mehr Unterschied als jede andere Entscheidung bei der Kleidung.

Baumwolle ist das Material, das unbedingt vermieden werden sollte. Sie saugt Schweiß auf, hält ihn fest, bleibt nass und schwer, und wenn sie sich in der Höhe bei einer frischen Brise abkühlt, kann sie die Körpertemperatur auf gefährliche Weise senken. Ein schweißnasses Baumwollshirt in der Höhe mit einer frischen Brise kann auch im Sommer zu Unterkühlung führen.

Die richtigen Alternativen sind zwei: technische Kunstfasern — Polyester, Nylon, proprietäre Materialien wie Coolmax oder Dri-Fit — die schnell trocknen und Feuchtigkeit managen, oder Merinowolle, die die Temperatur auf natürliche Weise reguliert, Schweiß ohne Gerüche aufnimmt und relativ gut trocknet.

Für wärmere Tage reicht ein technisches Kurzarmshirt. Immer ein leichtes Langarmshirt dabeihaben — in der Höhe ist der Sonnenschutz an den Armen wichtig, und bei plötzlichem Temperaturwechsel hat man eine zusätzliche Schicht ohne nennenswiertes Gewicht.

Die Mittelschicht: wann sie gebraucht wird und wann nicht

Im Sommer wird eine schwere Mittelschicht beim Wandern fast nie benötigt. Ein leichtes Fleecepullover oder eine technische Weste mitnehmen für Pausen in der Höhe, schattige Abschnitte oder die frühen Morgenstunden, wenn die Temperaturen noch frisch sind.

Leichtes Fleece ist die vielseitigste Wahl: Es wiegt wenig, lässt sich gut im Rucksack verstauen und bietet gute thermische Isolation auch bei Wind. Schwere oder sperrige Materialien vermeiden — im Sommer nehmen sie wertvollen Platz weg, ohne beim Wandern fast je gebraucht zu werden.

Die Außenschicht: die Regenjacke bleibt immer im Rucksack

Das ist der häufigste Fehler beim Sommerwandern. "Es ist Sommer, es wird nicht regnen" ist der Satz, der fast alle Geschichten von durchnässten und frierenden Wanderern einleitet.

In den Bergen sind Sommergewitter schnell, plötzlich und intensiv. Sie können sich in 20 bis 30 Minuten aus einem völlig heiteren Himmel entwickeln. Eine leichte wasserdichte Jacke — möglichst aus Gore-Tex oder gleichwertigem Material — ist das Kleidungsstück, das nie aus dem Rucksack genommen wird, unabhängig von der Jahreszeit.

Sommerwasserschutzjacken für Wanderungen sind heute ultraleicht und lassen sich auf kleinem Raum verstauen. Es gibt keine gültige Entschuldigung, sie zu Hause zu lassen.

Die Hose: zwischen kurz und lang entscheidet der Trail

Im Sommer scheinen kurze Hosen die natürliche Wahl — und für viele Wege sind sie es. Aber lange technische Hosen haben konkrete Vorteile, die es wert sind zu bedenken: Sie schützen vor Brennnesseln, Kratzern auf Felsen, Insekten und direkter Sonne an exponierten Abschnitten.

Die vielseitigste Lösung für Sommerwanderungen sind Zip-off-Hosen — mit Reißverschluss, der es erlaubt, den unteren Teil abzunehmen und sie in kurze Hosen zu verwandeln. Funktional, praktisch und für wechselnde Bedingungen geeignet.

In jedem Fall zählt auch hier das Material. Denim und schwere Stoffe meiden — sie saugen Schweiß auf, trocknen langsam und werden bei Hitze schwer und unbequem. Leichte, elastische und schnelltrocknende technische Stoffe wählen.

Die Socken: das Detail, das den Unterschied macht

Bereits in anderen Artikeln erwähnt, aber es lohnt sich, es im Sommerkontext zu wiederholen. Im Sommer ist die Versuchung groß, dünne Socken oder gar Stadtsocken zu verwenden. Das ist ein Fehler.

Technische Wandersocken aus Merinowolle oder Kunstfasern managen Feuchtigkeit besser als normale Socken, reduzieren Reibung und schützen vor Druckpunkten des Schuhs. Im Sommer gibt es leichte und niedrige Versionen, die für die Wärme entwickelt wurden und dieselben Eigenschaften ohne Saunaeffekt bieten.

Die Schuhe: die wichtigste Wahl

Für Sommerwanderungen gelten dieselben Regeln wie immer, mit einigen saisonspezifischen Überlegungen. Die Hitze erhöht das Schwitzen des Fußes, daher wird die Atmungsaktivität des Obermaterials noch wichtiger als in kalten Jahreszeiten.

Niedrige Schuhe aus perforiertem Mesh sind die häufigste Wahl für Sommerwanderungen auf nicht zu technischen Wegen — leicht, atmungsaktiv, saisonal angemessen. Für anspruchsvolleres Gelände oder bei schwachen Knöcheln bleibt der hohe Schuh die sicherste Wahl.

Ein Hinweis zur Wasserdichtigkeit im Sommer: Gore-Tex-wasserdichte Schuhe halten mehr Wärme als nicht wasserdichte Schuhe. Wenn der Weg keine Furten oder sehr feuchtes Gelände vorsieht, kann ein atmungsaktiver, nicht wasserdichter Schuh an heißen Tagen komfortabler sein.

Der Sonnenschutz: integraler Teil des Outfits

Oft vergessen, weil es kein Kleidungsstück ist, aber Sonnenschutz ist integraler Bestandteil der Sommerausrüstung. In der Höhe steigt die UV-Strahlung erheblich — etwa 10 bis 12 Prozent pro 1000 Höhenmeter. Ein Tag in den Hochbergen ohne Sonnenschutz ist ein Tag mit einem viel höheren Sonnenbrandrisiko als man denkt.

SPF 50 Sonnencreme auf alle exponierten Zonen vor dem Start auftragen und alle 2 bis 3 Stunden oder nach intensivem Schwitzen erneut auftragen. Lippenschutz und Sonnenbrille mit UV-Filter vervollständigen den Schutz.

Die Zusammenfassung: was in den Rucksack gehört

Für eine vollständige Sommerwanderung sind das Basis-Outfit und die Reservekleidung im Rucksack: technisches Kurzarmshirt getragen, technisches Langarmshirt als Reserve, leichtes Fleecepullover, ultraleichte wasserdichte Jacke, technische kurze oder Zip-off-Hose, technische Sommersocken, Mütze mit Schirm und UV-Schutz, Buff oder Bandana, Sonnenbrille, Sonnencreme und dem Trail angemessene Wanderschuhe.

Unsere Frühjahrs- und Sommerkollektion ist bereits erhältlich, mit orthopädischen und wasserdichten Trekkingschuhen, die für die Sommerwanderung im maximalen Komfort entwickelt wurden.

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